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Aktion: Regenwaldzerstörung in Aceh, Indonesien verhindernStichwörter: Aktion Waldzerstörung Protest

Lokalen Medienberichten zufolge hat Indonesiens Forstministerium eine neue Raumplanung von Acehs Provinzregierung zu „beinahe 100 Prozent“ akzeptiert. Die Folgen wären fatal: für Bergbau, Holzkonzessionen und Ölpalmplantagen sollen über 1 Million Hektar Regenwald geopfert werden, für lokale Gemeinschaften sind dabei aber nur knapp 15.000 ha vorgesehen.

In die Region sind seit Jahrzehnten beachtliche Mittel zum Schutz des Regenwald geflossen. Diese Gebiete wären auch betroffen. Entsprechend groß sind das Entsetzen und die Empörung, sowohl auf lokaler Ebene, als auf nationaler und auch internationaler.

Wir bitten darum die Petition 'Governor of Aceh: Save 1.2 Million Hectares of Aceh Rainforest' zu unterstützen - zur Info haben wir unten einen Beitrag von Mongabay übersetzt (bitte auch die Kommentare lesen, die die Dringlichkeit nochmals verdeutlichen).

Petition Aceh unterstützen




Aceh will 1,2 Millionen Hektar geschützten Wald zur Rodung freigeben
14. März 2013

Indonesiens Forstwirtschaftsministerium steht kurz davor, einen Antrag Acehs zuzustimmen, 1,2 Millionen Hektar Wald für Bergbau, Holzeinschlag und Palmölproduktion freizugeben, berichtet die 'Aceh Post'.

In einem am 13. März veröffentlichten Artikel gab Tgk. Anwar, Vorsitzender des Raumplanungskommittees der Regierung von Aceh, bekannt, dass das Forstwirtschaftsministerium "die neue Raumplanung, die die Zonierung bisher geschützter Wälder für Bergbau, Holzkonzessionen und Ölpalmplantagen vorsieht, nahezu hundertprozentig akzeptiert hätte". Aceh verfügt über die größte Waldfläche aller Provinzen Sumatras, die in den letzten 20 Jahren um 36 Prozent zurückging.

Einer Koalition verschiedener Umweltorganisationen zufolge, verspricht diese Neuplanung dem Bergbau etwa eine Million Hektar Land, Holzkonzessionen 416.086 ha und 256.250 ha für die Palmölproduktion. Sie beinhalte ebenso "Pläne, um dem gesamten 'Tripa-Torfregenwald' den Schutzstatus zu entziehen. Dieser Wald hat durch illegale Aktivitäten von Palmölkonzernen, die dort den Lebensraum des vom Aussterben bedrohten Sumatra Orang-Utan zerstören, intensive internationale Aufmerksamkeit erlangt. Diese Vorgänge sind nach wie vor Untersuchungsgegenstand des Umweltministeriums und der Polizei", sagt die Coalition of People Concerned for Aceh's Forests (KPHA).

Die meisten Konzessionen gehen an die Industrie. Lokale Gemeinschaften erhalten hingegen nur 14.704 ha. Die Planungen sehen außerdem ein umfangreiches Straßennetz vor, das durch geschützte Waldgebiete verlaufen würde.

In einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme kritisierten Mitglieder von KPHA die Konzessionsplanungen wegen der möglichen Auswirkungen auf die reichhaltige Biodiversität Acehs.

"Die beabsichtigten Veränderungen wurden von Acehs Zivilgesellschaft und Umweltorganisationen komplett abgelehnt", sagt Efendi, ein Sprecher von KPHA. "Trotz unserer Bemühungen wurden NGOs und Gemeinden vom Entwicklungsprozess der Planungen vollständig ausgeschlossen. Es fehlt jegliche Transparenz und Verantwortlichkeit."

"Die Planungen sehen auch die Schaffung neuer Grundstücke für Zuwanderer mitten in dem Teil des tropischen Regenwaldes Sumatras vor, der UNESCO-Welterbe ist. Zudem erwähnt der neue Plan weder das gesetzlich geschützte Leuser-Ökosystem, eine für ihre ökologischen Funktionen bedeutsamen Region, noch die Aufhebung der Zonierung von Ulu Masen als für die Biodiversität bedeutsames Gebiet, mit einem Wort."

Die Planungen würden ebenso Gebiete betreffen, die durch Indonesiens zweijähriges Moratorium für Forstkonzessionen gegenwärtig von der Umwandlung ausgeschlossen sind.

"Trotz der fortlaufenden rechtlichen Verfahren gegen Palmölkonzerne, die durch NGOs, das Umweltministerium und die nationale Polizei angestrengt werden, ist nun anzunehmen, dass Tripa seinen derzeitigen Schutzstatus endgültig verlieren wird. Das einzigartige Torfmoor-Ökosystem und seine gesamte Artenvielfalt sowie sein äußerst wertvoller Kohlenstoffspeicher fallen den Palmölkonzernen in die Hände, um vollständig und endgültig vernichtet zu werden", sagt Ian Singleton, vom Sumatra Orang-Utan Conservation Program. "Und es geht nicht nur um Tripa und Orangutans. Die neuen Pläne nehmen nicht einmal die Existenz des weltbekannten Leuser-Ökosystems zur Kenntnis oder die Tatsache, dass die Wälder, die sie abholzen wollen, die letzte Hoffnung für das langfristige Überleben von Sumatra-Tiger, Elefant und Nashorn sind. Die Zukunft all dieser Arten, und unzähligen anderen, wird unmittelbar gefährdet, wenn diese Planungen in die Tat umgesetzt werden."

Singleton fügt hinzu, dass die jetzigen Pläne zig Millionen Dollar an aufgebrachten Mitteln zum Schutz der Wälder Acehs untergraben werden. Der Plan wird wohl auch Acehs Stellung als globaler Vorreiter beim Schutz der Wälder gefährden, die es sich durch die Beteiligung an der Governors Climate and Forests Task Force, die an der Entwicklung von Finanzierungsmodellen für Waldschutz arbeitet, erworben hat. Aceh war einer der ersten nicht nationalstaatlichen Akteure, der sich dieser Initiative angeschlossen hat.

Abschließend argumentiert die Koalition der Umweltorganisationen, dass die geplanten Abholzungen in Acehs Wäldern ein erhöhtes Risiko für Naturkatastrophen bedeuten würden. Aceh trug die Hauptlast des verheerenden Tsunamis im Dezember 2004, durch den die Küstengebiete eingeebnet und mehr als 100.000 Bewohner Acehs getötet wurden.

"Gebiete, die zuvor als zu hoch oder zu steil für die Umwandlung befunden worden waren, oder unangemessene Bodenbeschaffenheiten und starke Regenfälle aufwiesen, so dass die Wälder im Rahmen der bestehenden indonesischen Gesetze (Hutan Lindung) geschützt werden sollten, sind nun als Ziele für Holzkonzessionen, Straßen- und Bergbau und Ölpalmplantagen auserkoren worden", sagt Graham Usher. "Solche Wälder der Nutzung zuzuführen ist ein sehr gefährlicher Schritt. Acehs Bevölkerung weiß sehr genau, dass die Rodung der Wälder auf solch steilen und instabilen Böden zu verheerenden Erdrutschen und Überschwemmungen während der Regenzeit führen kann, wie sie Aceh jedes Jahr erlebt".

"Die Menschen wissen von vergangenen Sturzfluten in der Region, wie beispielsweise im Jahre 2006, sehr genau, dass die Abholzung der Wälder einen direkten Einfluss auf den Flusslauf und damit auf ihre Sicherheit flussabwärts hat", fügt der Umweltjournalist Rudi Putra an. "Die Menschen in Aceh sind keine Dummköpfe, wir wissen, dass es direkt zu einer größeren Gefährdung durch Naturkatastrophen kommt, wenn diese instabilen Gebiete abgeholzt werden."

Quelle:
http://news.mongabay.com/2013/0314-aceh-spatial-plan.html#lhBCdIGFVxlEIFKm.99

(Übersetzung: Pro REGENWALD, Ralf P., Martin G.)



Kommentare

Greg McCann · Taoyuan City
Wir leben, was die Natur angeht, in einem "Sieh es dir an, bevor es verschwindet"-Zeitalter. Sumatra hat mich wirklich verzaubert, als ich dort war. Was für eine jämmerliche Schande. 14. März, 4:21 am

Adrian Banda · Taoyuan City
Es tut mir leid, es zu sagen, aber das ist die asiatische Denkweise. Die natürliche Landschaft und jene, die von ihr abhängig sind zu schützen, bedeutet der politischen Elite wenig. 14. März, 4:35 am

Greg McCann · Taoyuan City
Der Regenwald ist "Ödland", er "bringt uns rein gar nichts". Abgesehen davon, dass er CO2 speichert, Sauerstoff produziert, Wasser in unterirdische Flussläufe abgibt, den Boden stabilisiert und schützt - vor allem in Bergregionen, wie in Aceh. Abgesehen davon, dass diese Wälder Heimat einer unglaublichen Artenvielfalt sind, die Touristen anlockt, Emissionszertifikate generieren kann, und Jobs für die lokale Bevölkerung schafft. Dazu kommen all die Nicht-Holz-Produkte wie Rattan, wilde Früchte, essbare und Medizinpflanzen. Diese Liste ließe sich ewig fortführen. Wir können was in Aceh passiert daher doch nicht als "Entwicklung" bezeichnen, oder? 14. März, 5:11 am

Tomasz Kloszewski · Politechnika Warszawska
Das hat nichts mit ENTWICKLUNG zu tun. Lasst uns das mal klarstellen. Das ist ZERSTÖRUNG und es ENTWICKLUNG zu nennen ist wahnwitzig. Was können wir machen? Das einzige, was ich derzeit machen kann, ist diese Petition zu unterschreiben: www.change.org/petitions/governor-of-aceh-save-1-2-million-hectares-of-aceh-rainforest 14. März, 6:27 am

Tomasz Kloszewski · Politechnika Warszawska
@ Greg McCann Welche Chancen haben vom Aussterben bedrohte Arten wie Sumatra-Nashorn, Sumatra-Tiger, Elefanten, Orang-Utan denn? Gunung Leuser ist der einzige Ort der Welt, wo diese Arten zusammenleben. 14. März, 6:31 am

Nick Pharazyn · Victoria University of Wellington
Es tut mir leid, Tomasz, aber ganz ehrlich, sie werden nicht hören.

Ich habe Anfang der Woche fünf Stunden damit verbracht, eine Avaaz-Petition mit dem Titel "Last stand of the best rainforest mega-fauna on Earth" auf den Weg zu bringen. Ich habe die Tatsache erwähnt, dass dies der letzte Ort der Welt ist, an dem Nashörner, Elefanten, Tiger und Orang-Utans in einem Wald zusammenleben.

Wie Greg schon ausgeführt hat, versprach Norwegen der Regierung Indonesiens 1 Milliarde US-Dollar, um solche Sachen nicht mehr zu tun. Selbst dieser Geldberg war nicht genug - und Geld ist alles, worum sich diese Leute kümmern. Die Vertreter der staatlichen und lokalen Regierung scheren sich einen Dreck um Millionen ihrer eigenen Leute in Aceh und werden durch Korruption und Schmiergelder auf deren Kosten reich. Sie geben einen Scheiß darauf, was Leute im Westen (oder auch ihre eigenen) denken, auch wenn es uns das Herz bricht. Es wird kein Wunder geben, daher ist trauern das einzige, was wir tun können.

Ich bin ein Optimist, aber ich verfolge das Thema Abholzung in Sumatra seit etwa einem Jahr und realistischerweise ist es zu spät. Um es mit einem Zitat aus "Alien 2" zu sagen: "Game over man. Game over." 14. März, 6:56 am

Greg McCann · Taoyuan City
Tomasz, es sieht nicht gut aus. Ich kann mir vorstellen, dass einige wenige Arten in ein paar etwas größeren Waldgebieten, die stehen bleiben, überleben. Aber unglücklicherweise waren diese Gebiete früher abgeschieden und werden jetzt für Wilderer leicht zugänglich sein, so dass sie langsam aber sicher doch ausgerottet werden. Und wenn die Konzerne die 1.2 Millionen Hektar dann verschlungen hat, werden sie mehr wollen. Sie werden nach 1.2 Millionen Hektar nicht stoppen und vermutlich werden sie auch nicht aufhören, bis Sumatra - vermutlich der artenreichste und schönste Ort der Welt - eine einzige, gigantische Plantage ist. 14. März, 8:57 am

Nick Pharazyn · Victoria University of Wellington
Ich verfolge die Umweltschutzdiskusion in Ecuador bereits seit Jahren und dort sieht es bereits schlecht aus, aber in Indonesien nimmt das ganz andere Ausmaße an ... mehr als irgendwo sonst auf der Welt, abgesehen von Ländern wie Nigeria (wo bereits praktisch jegliche Wälder fort sind) denke ich, dass Sumatra der Ort ist, wo die Hoffnung der Umweltschützer und Naturliebhaber zugrunde gehen wird.

Es ruiniert jeglichen Glauben, wenn man bedenkt, dass dies geschieht, nachdem Indonesien ein Moratorium zur Abholzung beschlossen hat. Dennoch lohnt es sich daran zu erinnern, dass es die Machthaber sind, die diese Grausamkeiten mehr denn je vorantreiben. Sie wissen, dass die Auswirkungen ihres Handelns für viele Menschen in Aceh schrecklich sein werden.

In den meisten tropischen Ländern wird die große Mehrheit des tropischen Regenwaldes in den nächsten Jahrezehnten verschwinden. Es wird Ausnahmen geben, die etwas mehr erhalten und schützen werden als der Rest - die Costa Ricas und Bhutans der Zukunft - aber in Ländern wie Indonesien habe ich keinen Zweifel, dass wir nahezu alles verlieren werden.

Ich bin von diesem Zeug inzwischen völlig abgestumpft. Macht euch keine Gedanken (wie Tomasz schon sagte) - menschliches Unbewusstsein und Habgier kennen KEINE Grenze. Denkt daran, dass es auf dieser Welt Menschen gibt, die für Geld jeden Tag schutzlose Frauen und Kinder als Sexsklaven einsetzen. Die Machthaber in Indonesien, die diesen ökologischen "Holocaust" unterzeichnen, zeigen die gleiche Geisteshaltung.

Allerdings ändern sich die Dinge - es ist "Globaler Frühling" - menschliches Bewußtsein nimmt zu und überall wachen Millionen Menschen auf und lernen sich gegenseitig, ihre Freunde und Familien und die gesamte Menschheit und Natur zu respektieren und sich darum zu kümmern. Wir leben in einer Zeit des Übergangs von einem Bewußtseinsstatus in einen anderen und in Zukunft wird es auf der Erde einfach keinen Platz mehr für solche Leute geben - vergesst das nicht.

Was kann ich noch sagen? Es ist eine schwierige Zeit in der Geschichte der Erde, um als eine Person, die die Natur liebt, heute auf ihr zu leben Seufz! 14. März, 3:40 am

Nina Phillips · Works at National Jewish Health
Ich muss Greg zustimmen: Wir sind die letzten Zeugen des Massensterbens von allem nichmenschlichem auf dieser Welt... Es sei denn, wir benutzen es für die Arbeit, die Unterhaltung, essen es, experimentieren damit oder verwenden es für unsere Kleidung etc. Einfach ekelhaft, dass wir nicht fähig sind, den WERT der NATUR nur um deren selbst Willen zu sehen. 14. März, 11:03 am

Sopa Caleb
Herr vergib uns, ist alles, was ich dazu sagen kann. In der Wirtschaft gibt es Angebot und Nachfrage und diese Welt wird so sehr davon angetrieben. Das Angebot wird auch weiterhin bestehen, solange es durch hohe Nachfrage lukrative Preise gibt. Es ist höchste Zeit (auch wenn das bereits seit Jahren passiert), dass die 'bewussten' Menschen nach Wegen suchen, um die Nachfrage einzudämmen. Es muss definitiv entschlossen passieren. 14. März, 3:36 pm

Tomasz Koszewski · Politechnika Warszawska
Das ist mit das Schlimmste, was ich jemals gehört habe. Es ist ein Albtraum. Die Gier kennt keine Grenzen, nur um ein paar Reiche noch reicher zu machen, werden sie die ganze Wildnis Sumatras zerstören. Das ist ekelhaft und sollte als Verbrechen gegen Natur und Menschlichkeit bewertet werden. Das sind Kriminelle und Barbaren. 14. März, 1:38 am

Quelle:
http://news.mongabay.com/2013/0314-aceh-spatial-plan.html#lhBCdIGFVxlEIFKm.99

Übersetzung: Pro REGENWALD, Ralf P., Martin G.)

Kommentare

# Simone am 22.03.2013, 17:22

Was für ein schrecklicher Albtraum! Mögen Aceh/ Sumatra/ Indonesien andere Möglichkeiten finden, Geld zu verdienen... Und mögen die Menschen aus den reichen Ländern keine Möbel etc... aus Regenwäldern kaufen! Und wenn 100x FSC-zertifiziert drauf steht...

# Christoph Gutmann am 23.03.2013, 14:54

Regenwald schützen!

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