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Buch "Dead Aid" - Warum Entwicklungshilfe nicht funktioniertStichwörter: Entwicklung Kritik

Afrika ist ein Kontinent voller Hunger und Elend, blutiger Bürgerkriege, voller Korruption, Diktaturen und gescheiterter Staaten. Es ist ein armer Kontinent geblieben - trotz mehr als 2 Billionen Dollar Entwicklungshilfe in den vergangenen 50 Jahren. "Schluss damit!", fordert die afrikanische Ökonomin Dambisa Moyo, "Entwicklungshilfe ist nicht die Lösung, sie ist das Problem."

„Entwicklungshilfe ist tödlich. Sie gehört
innerhalb einer Übergangsphase von fünf Jahren
abgeschafft. Ich bin offen für eine Diskussion,
wie lange diese Übergangsphase sein soll. Wichtig
ist jedoch, dass die Politiker wissen, dass es
kein Geld mehr gibt.“
Dambisa Moyo


Dead Aid, Dambisa Moyo
Warum Entwicklungshilfe nicht funktioniert und was Afrika besser machen kann
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Die Stiftung Nord-Süd-Brücken schreibt anlässlich einer Veranstaltung zum Thema anfang des Jahres:

Mit ihrem Buch „Dead Aid – Why Aid is Not Working and How There is Another Way for Africa” hat die sambische Ökonomin, Autorin und Investmentbankerin Dambisa Moyo für heftige Erschütterungen in der internationalen entwicklungspolitischen Szene gesorgt.

Die Reaktionen reichen nicht nur von gekränkter Eitelkeit kritisierter britischer Popstars bis hin zu grenzenloser Zustimmung ähnlich argumentierender deutscher Ex-Diplomaten. Vielmehr gibt es auch Kritik an der Entwicklungshilfe-Kritik. So schreibt Hans Dembowski, Chefredakteur von E+Z: „Wer Afrikas Armut abhandelt, dabei aber nur einmal, auf Seite 116ff die WTO erwähnt, ist nicht ernst zu nehmen.“ Aber es gibt auch Zustimmung für den Perspektivwechsel in der Debatte. Evelyn Herfkens, frühere niederländische Entwicklungsministerin und jetzige Koordinatorin der UN-Millenniumskampagne begrüßt im WEED-Informationsbrief, „...dass sich jetzt die Afrikaner in die Debatte einschalten, die zu lange durch Vertreter des Westens beherrscht wurde, die die Afrikaner nur allzu oft als inkompetent und hilflos portraitierten.“

Moyos Kritik an der Entwicklungszusammenarbeit ist nicht ganz neu. In den siebziger Jahren formulierte der Entwicklungsökonom Peter Thomas Bauer bereits eine Fundamentalkritik an der staatlichen EZ. In den 80er Jahren schrieb Brigitte Erler die „Tödliche Hilfe“ und in den 90er Jahren meinte die Ökonomin Axelle Kabou, Afrika sei „weder arm noch ohnmächtig“. Und seit der Millenniumswende streiten sich William Easterly und Jeffrey Sachs um die Sinnhaftigkeit der Erhöhung oder Einstellung von Entwicklungsgeldern.

Der zentrale Kritikpunkt von Moyo, dass Hilfe die Tendenz hat zu korrumpieren und die Eigeninitiative der politisch Verantwortlichen zu unterminieren, lässt sich aber auch von Befürwortern der EZ nicht so ohne weiteres von der Hand weisen. Im Sinne von Evelyn Herfkens sind die Veranstalter/innen deshalb der Meinung, dass der Debattenbeitrag von Sambisa Moyo es verdient, einer interessierten Öffentlichkeit nüchtern und sachlich vorgestellt zu werden, bevor anschließend die Potenziale aber auch Risiken ihrer Argumente kommentiert und diskutiert werden.

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