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Buchtipp: Land Grabbing. Der globale Kampf um Grund und BodenStichwörter: Protest Entwicklung Landrecht

Es klingt wie ein Hollywoodklischee: ein Junge verdient sein erstes Geld damit, von einer Fahrradrikscha aus Kekse zu verkaufen und letztlich den Aufstieg zum reichsten Mann seines Landes zu schaffen. Jetzt hat er mindestens 40 Kinder von einem Dutzend Frauen und trägt Gürtelschnallen mit seinem Vornamen aus diamantenen Buchstaben darauf. Sein Name ist Eka Tjipta Widjaja und er ist der Gründer des größten indonesischen Konzerns Sinar Mas. Sinar Mas verdient sein Geld mit Papier- und Zellstoffproduktion, Banken, Chemiewerken, Palmölplantagen und Ländereien - und der Zerstörung des Regenwaldes.

In 'Land Grabbing. Der globale Kampf um Grund und Boden' von Fred Pearce wimmelt es nur so vor exzentrischen Akteuren aus aller Welt - wie Blairo Maggi, Sekten, Drogenbosse, Ölscheichs - die aus unterschiedlichsten Motiven nach Land greifen. Da sind Regierungen, die um die Versorgung ihrer Bevölkerung besorgt sind und mit Ackerflächen in anderen Staaten unabhängiger von Nahrungsmittelimporten werden wollen; Agrarkonzerne, die immer weiter expandieren; Pensions- und Hedgefonds, die Land als Geldanlage entdeckt haben, aber auch große Naturschutzorganisationen, die mit dem Kauf von Land Ökosysteme schützen wollen.

Fred Pearce hat in über zwanzig Staaten Käufer und Verkäufer, Investoren, Regierungsvertreter, Naturschützer, von ihrem Land vertriebene Kleinbauern, Viehzüchter und indigene Gemeinschaften befragt. Neben der durch das Land Grabbing vorangetriebenen Zerstörung ganzer Ökosysteme, sieht Pearce in der Marginalisierung der ländlichen Gemeinden ein Problem heraufziehen, das von seiner Dringlichkeit selbst dem Klimawandel den Rang abläuft. Ein großer Teil der Subsistenzwirtschaft in Entwicklungsländern steht auf dem Spiel, wenn mehrere hundert Millionen Bauern und Nomaden von ihrem Land vertrieben werden, weil Regierungen es an Agrarunternehmen verpachten oder verscherbeln.

So ist Fred Pearces Buch letztlich ein unvoreingenommener Aufruf gegen diese neue Form des Kolonialismus und für die Unterstützung von Kleinbauern und ländlichen Gemeinschaften.

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Land Grabbing: Der globale Kampf um Grund und Boden, Fred Pearce
Kunstmann Verlag; München 2012; 400 Seiten; 22,99 Euro.

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