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Hingeguckt in Schweden: 'More of everything' geht nichtStichwörter: Greenwash Kritik Artenschwund Waldbewirtschaftung


'Wald' in Schweden
Wer in diesen Tagen 'Schweden & Kritik' googelt oder es sogar detaillierter mit 'schwedische Forstwirtschaft in Kritik' versucht, der findet entweder Hinweise auf Covid-19 bzw. etwas zum schwedischen Corona-Sonderweg oder aber Texte, die schon 3 Jahre alt sind.

Schlecht gelaufen für die schwedischen AktivistInnen, die vor knapp zwei Wochen mit der filmischen Doku 'More of everything - the Swedish forestry model' eine Infokampagne über die Zustände und Abgründe der schwedischen Forstwirtschaft gestartet haben. Umweltthemen haben es schwer in diesen Zeiten. Ein Grund mehr, dafür jetzt die Werbetrommel zu rühren.

Die Bilder sagen alles. Das von der Wirtschaft und ihren Lobbyisten als Erfolgsmodell angepriesene schwedische Modell der Waldbewirtschaftung dient weder dem Erhalt der Artenvielfalt noch tut es irgendetwas Gutes gegen den Klimawandel ... ebendies behauptet die Industrie aber um einerseits regulatorische Vorgaben von staatlicher Seite zu verhindern und andererseits das Modell auch noch in Länder des globalisierten Südens zu exportieren.

Ihrer Auffassung nach sind Monokulturen mit Fichten und Kiefern in Reih und Glied anscheinend guter Wald. Da helfen Worte nicht mehr. Es braucht Bilder, wie sie 'More of everything' liefert.

Danke nach Schweden für diese Doku!

www.moreofeverything-film.com

(Wer die Doku ein wenig größer sehen will, klickt einfach auf den Schriftzug YouTube im Footer in der obigen Darstellung - das bringt einen direkt zu youtube)

Auf ihrer Website www.moreofeverything-film.com schreiben die AktivistInnen:

Mehr von Allem

Die Menschheit hat eine zweifache globale existenzielle Krise verursacht. Die miteinander verknüpften Bedrohungen durch den Klimawandel und den Verlust der biologischen Vielfalt sind jetzt unsere größten Herausforderungen. Die politischen Entscheidungen, die in den nächsten Jahren getroffen werden, werden entscheidend sein. Wie wir die Wälder weltweit bewirtschaften, ist von zentraler Bedeutung für die Erhaltung der Artenvielfalt, den Erhalt der Ökosystemfunktionen und den Schutz des Klimas. Es ist von grundlegender Bedeutung, die Zerstörung und Fragmentierung der natürlichen Wälder zu stoppen sowie die Wälder weltweit wiederherzustellen, zu erweitern und an den Klimawandel anzupassen.

Wissenschaftler und die Umweltbewegung haben seit Jahrzehnten vor den negativen Auswirkungen gewarnt, die die Verbrennung fossiler Brennstoffe (Kohle, Öl und Gas) auf Klima und Umwelt hat. Es ist keine Frage - das fossile Zeitalter ist vorbei. Wir müssen dringend aus der fossilen Energie aussteigen, so schnell wie möglich. Der Fokus muss jedoch darauf liegen, die gesamte Verbrennung zu reduzieren und den Energieverbrauch zu senken, nicht darauf, eine Kohlenstoffquelle durch eine andere zu ersetzen.

Auf internationaler Ebene und innerhalb der EU gibt es verschiedene Lösungen und Strategien, die darauf abzielen, Emissionen zu regulieren und, was man gerne hätte, nachhaltige Lösungen zu fördern. Biokraftstoffe aus Wäldern werden von Lobbyisten der Biomasse- und Forstindustrie als klimafreundliches, wichtiges Puzzlestück hervorgehoben. Im Film fragen wir, ob das Verbrennen von Bäumen wirklich eine klimaschonende Alternative ist?

Es werden Entscheidungen in der Klima- und Energiepolitik getroffen oder sind bereits getroffen worden, die die Wälder weltweit betreffen. Politiken zur Bioökonomie und Energie aus Biomasse stehen in starkem Konflikt mit dem Schutz der biologischen Vielfalt und der Abschwächung des Klimawandels.

Das schwedische Forstwirtschaftsmodell wird als Erfolgsgeschichte angepriesen, das sowohl die Abschwächung des Klimawandels als auch den Schutz der biologischen Vielfalt verspricht, aber ist das wirklich so? In diesem Film helfen uns eine Reihe prominenter unabhängiger Wissenschaftler und Experten, die Behauptungen zu überprüfen, die die Forstindustrie über das schwedische Forstwirtschaftsmodell und die Bioökonomie verbreitet.

Die Auswirkungen des schwedischen Forstwirtschaftsmodells sind nicht auf Schweden beschränkt, sondern haben auch Einfluss auf den Rest der Welt. Einige der größten Forstwirtschafts-, Hygiene-, Papier-, Möbel- und Holzunternehmen global und in der EU, wie SCA, Holmen, Stora Enso, Sveaskog, IKEA und Essity, stammen alle aus Schweden oder haben ihren Sitz in Schweden. Einige dieser Unternehmen beziehen Holz und Zellstoff weltweit und sind in vielen Ländern tätig, wodurch das schwedische Forstwirtschaftsmodell rund um den Globus verbreitet wird.

In Zeiten des Klimawandels behauptet die Forstindustrie, den Zauberstab in der Hand zu haben: Holz. Holz soll für alles verwendet werden, von Energie, Einwegartikeln aus Pappe und Papier, Verpackungen und Schminke bis hin zu Treibstoff für einen immer weiter wachsenden Transportsektor. Um dieses Narrativ voranzutreiben, gibt die Forstindustrie Millionen für Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Lobbying aus, um ihre Produkte und Rohstoffe als die Lösung für eine nachhaltige Zukunft zu präsentieren. Vertreter der Forstindustrie und Mitglieder des schwedischen Parlaments loben das schwedische Forstwirtschaftsmodell, von dem sie behaupten, dass es Schweden von einer "mehr oder weniger entwaldeten Nation" vor hundert Jahren zu einer heute waldreichen Nation gemacht habe.

Die Forstindustrie stellt Schweden als ein Land mit großen und wachsenden Wäldern dar. Die Industrie geht sogar so weit zu behaupten, "die Forstindustrie macht die Artenvielfalt möglich" und dass die schwedische Forstwirtschaft die Bedürfnisse der Wirtschaft und der Umwelt in Einklang bringe und für jeden gefällten Baum zwei bis drei neue Bäume gepflanzt werden. Slogans wie "seit mehr als 100 Jahren pflanzt Schweden mehr Bäume, als es abholzt", werden verbreitet.

Mehr von allem?

Kann man wirklich sagen, dass eine gepflanzte Monokultur aus Kiefern oder Fichten in geraden Linien ein Wald ist? Oder ist ein Wald etwas mehr als nur Bäume?

(Übersetzung: Pro REGENWALD)

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