Während sich hunderte Wissenschaftler mit Modellen und Konzepten zum Klimaschutz abmühen und Bürokraten auf Konferenzen nächtelang Wort für Wort um Formulierungen der Vereinbarungen zur Reduzierung von CO2-Emissionen ringen, schaffen einige Provinzfürsten in Lateinamerika mit Unterstützung unverantwortlich agierender Unternehmen harte Fakten: sie werden Regenwald in Plantagen umwandeln und dabei Unmengen an Kohlendioxid freisetzen
Daniel Lingenhöhl schreibt heute aktuell in der Süddeutschen zu den Plänen:
Naturschützer haben es schon lange befürchtet: Im südamerikanischen Amazonasgebiet sollen bald in großem Maßstab Ölpalmen angebaut werden... weiter
Über 40 Jahre schon erhitzt eine Straße in Brasilien die Gemüter. Für die einen ist sie die Schlagader der wirtschaftlichen Entwicklung einer Riesenregion im schlecht erschlossenen Amazonasgebiet, für die anderen ist sie Highway to Hell, der zur Zerstörung des Regenwalds führen wird.
Recht haben beide. Die Bundesstraße BR 163 steht für den Streit über den Umgang mit dem Amazonasgebiet... weiter
Der Regenwald in Brasiliens Amazonas-Gebiet schrumpft entgegen früherer Ankündigungen durch Abholzungen und Brandrodung weiter. Allein im Juni gingen 578 Quadratkilometer Regenwald verloren; das entspricht fast 1,5 mal der Fläche des Bundeslandes Bremen.
Einige weitere Details vom Nationale Institut für Weltraumforschung (INPE) gibt es hier
Der Artenreichtum Ozeaniens ist in Gefahr. Schuld daran ist großenteils der Mensch, schreibt der Focus gestern.
Sollte sich das Verhalten des Menschen gegenüber der Umwelt und den Organismen nicht ernsthaft verändern, werde sich das Artensterben in der Region wohl fortsetzen. [...] Auf den pazifischen Inseln und Archipelen gelten bereits allein über 1200 Vogelarten als ausgestorben... weiter
Die Tragödie der Regenwaldzerstörung wird häufig vereinfacht auf die miese wirtschaftliche Situation der jeweiligen Länder reduziert. Wäre erst mal Geld da, könnte man auch einfach den Regenwald retten, heißt es.
Eigentlich ist es andersrum: Wäre das Bewußtsein und die politische Entschlossenheit da, könnte man alle Mittel zur Regenwaldrettung mobilisieren - allein der Wille fehlt... weiter
In Brasilien steht ein Gesetz zur Diskussion, mit dem nachträglich bisher illegal in Besitz genommene Ländereien legalisiert werden sollen. Auch wenn der Besitz hinterher an Auflagen gebunden sein soll, kritisieren Umweltschützer diese Initiative als Freigabe der Waldgebiete - immerhin mehr als doppelt so groß wie Deutschland - zur Zerstörung... weiter
Der Sojaanbau und -export sowie die direkte Fleischproduktion im Amazonasgebiet treiben die Regenwaldzerstörung voran. Ursache ist der hohe Fleischkonsum - das ist aufgeklärteren Mitmenschen längst bekannt. Jetzt haben Umweltschützer auch noch nachgewiesen, dass Fleisch aus dubiosen und höchstwahrscheinlich regenwaldzerstörenden Quellen bei den deutschen Discountern Aldi und Lidl im Kühlregal liegt, sowie dass BMW und Adidas Leder aus ebensolchen Quellen nutzen... weiter